❌

Lese-Ansicht

„Welcome Apple HomeView“

A smart home device with a screen showing a family photo, placed on a wooden table with a glass of water and a plate with two apples nearby. The text 'Introducing Apple HomeView' appears beside the device.

Apple HomeView is not available for sale in the European Union, as Siri AI is currently unavailable in iOS in the EU. Apple is working constructively with the EU in an attempt to find a path forward.

Apple.com/Newsroom | YouTube@Apple

Erster Gedanke: Richtig so! Anstatt den Computer in seinem Funktionsumfang (stark) zusammenzustreichen, bevorzuge ich es, ihn erst gar nicht anzubieten.

Zweiter Gedanke nach dem Lesen von Fußnote 10: Ohne Apple Intelligence und Siri AI funktioniert Apples Heimzentrale gar nicht. Ergibt Sinn!

Dritter Gedanke: Das ist „by design“! Die gewählte Software-Architektur ist ein Verkaufsverbot für die eigene Hardware.

  •  

Siri AI in der EU

Mit einem US-App-Store-Account zeigt sich Siri AI auch auf iPhones in der EU. So eingeloggt, lassen sich trotzdem noch App-Updates aus dem DE-Store einspielen. Es fehlen jedoch diverse Abo- und Einmalkäufe – wirklich praktikabel ist das also nicht.

This image displays three different iOS application screens featuring subscription and purchase options for Acme Weather, Apple Music, and Tot Pocket.

Oder direkter: Für mich ist das nicht dauerhaft benutzbar und deshalb lediglich ein glorifizierter Testlauf. Am Vorabend von iOS 27 bin ich mit einem externen KI-Abo sowie einer Voice-zu-Text-Tastatur schlicht besser beraten.

Allerdings ist Apples Chatbot derzeit „designed for the masses“ und ich habe keine Zweifel daran, dass er sie so erreicht. Mit den Integrationen in unsere täglich verwendete Software hat der leuchtende Orb größere Ambitionen.

Und ehrlich gesagt: Für Apple ist das genau der richtige Hebel – nur halt noch nicht in der EU.

Mac and Apple Vision Pro users in the EU will be able to access Siri AI when set to a supported language. Siri AI will not be available initially in the EU in iOS, iPadOS, and watchOS. Apple is working hard to find a path forward that preserves its users’ privacy and security.

Apple.com/Newsroom

Dauerhaft tragbar erscheint mir dieser Fork für Europa allerdings nicht: Siri AI strickt iOS grundsätzlich neu – mit fragwürdigen Opt-ins.

Apples integrierte KI ist nicht einfach nur ein Feature, das man nach Belieben an- und wieder ausknipst. Sie stellt iOS fundamental anders auf; auch wenn das heute noch nicht deutlich erkennbar ist.

A close-up view of an iPhone screen displaying the Ask ChatGPT widget interface with an active voice interaction animation.

Ich empfinde es als untragbar, dass der Digital Markets Act konkurrierenden KI-Assistenten einen Zugriff auf dieselben tiefen OS-Funktionen ermöglichen will – insbesondere wenn man ohnehin nur die Wahl zwischen den KI-Modellen anderer Tech-Riesen hat.

Und trotzdem scheint mir Apple derzeit in einer Situation, die Suppe auslöffeln zu müssen – allein schon deshalb, weil die eigene Weiterentwicklung von iOS es erfordert.

  •  

„Apple kündigt Änderungen für Apps in der Europäischen Union an“

Ein Smartphone zeigt die Website des Apple Newsrooms mit einer Überschrift, die Änderungen für Apps in der Europäischen Union vom 18. August 2026 ankündigt.

Apple hat heute nach enger Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission Änderungen an seinen Geschäftsbedingungen für Apps in der Europäischen Union bekannt gegeben. Mit diesen Änderungen werden die Meinungsverschiedenheiten zwischen Apple und der Kommission hinsichtlich der Geschäftsbedingungen und alternativer Vertriebswege beigelegt. Außerdem verringern sie die Komplexität, indem sie für alle Entwickler:innen, die Apps in der EU vertreiben, einheitliche Geschäftsbedingungen festlegen. Entwickler:innen können den neuen Bedingungen ab heute zustimmen. Die Änderungen treten am 1. Oktober in Kraft.

Apple.com/Newsroom

Apple ist Torwächter zwischen Entwickler:innen und iPhone-Besitzern. Apple kann iOS zwar betreiben und absichern, darf seine Kontrolle aber nicht dazu nutzen, App-Vertrieb, Zahlungen, Interoperabilität und Kundenbeziehungen für sich abzuschotten.

Die Code-Signatur von Apps, Notarisierungen sowie vertragliche Bindungen sind unter dem Digital Markets Act nicht grundsätzlich ausgeschlossen – müssen jedoch unbedingt erforderlich, verhältnismäßig und hinreichend begründet sein.

Bei der nun festgehaltenen 15-Prozent-Provision für „Abschlüsse von Käufen aus der App heraus“ stellt sich allerdings die Frage, wie sie mit der Entscheidung der Kommission aus dem Frühjahr 2025 zusammenpasst („ensure that both (i) the communication and promotion of offers, and (ii) the conclusion of contracts following steering with end users acquired through the App Store are free of charge;“).

Eine ausführliche Stellungnahme der EU-Kommission steht bislang noch aus; eine Begrüßung der Änderungen gibt es jedoch bereits.

Aber festzuhalten bleibt doch: Nach Jahren der Regulierung, Geldstrafen sowie komplizierten App-Store-Regeln und App-Marktplätzen ohne erkennbare Breitenwirkung hat sich für Konsumenten nichts geändert – zumindest entstanden keine grundlegend relevanten Vorteile.

Aber ist das überraschend? Der DMA sollte Apples Kontrolle über den zentralen Vertriebsweg aufbrechen, allerdings war es nicht sein Ziel, iOS zu einem offenen Betriebssystem à la macOS zu machen. Vielleicht hätte eine weitergehende technische Öffnung schlussendlich zu mehr echtem Wettbewerb geführt.

  •  

„Who’s Afraid of Chinese Models?“

Open-Weight-KI-Modelle bleiben teuer: Auch nach dem Training kostet jede einzelne Inferenz entsprechenden Rechenaufwand.

Ein Smartphone-Bildschirm zeigt eine Liste von KI-Modellen innerhalb einer Weboberfläche. Der Tab "Models" ist ausgewählt. Abschnitte umfassen "Kagi Recommended" mit "Kimi K2.6 (reasoning)", "Claude Opus 5 (reasoning)" und "Gemma 4 31B". Darunter befindet sich "Moonshot AI" mit "Kimi K2.7 Code", "Kimi K2.6 (reasoning)" und "Kimi K2.6". Unten zeigt eine Browserleiste die Adresse "assistant.kagi.com".

One of the most common misconceptions undergirding discussion of open weights models is that they are cheaper — free, even. After all, you can just download the weights, and skip the time and expense and capabilities necessary to create your own model. That is, of course, true, but the “free” in this case is a reference to the amount you need to spend on research and development; R&D is a fixed expense that is independent of the revenue you generate. […]

The point in terms of open weight models is that they are not free to serve. Kimi K3 costs $3 per million input tokens, and $15 per million output tokens; that is cheaper than Sol’s $5 per million input tokens and $30 per million output tokens, but that might not even be the right measurement.

Ben Thompson

Die Kosten verschwinden nicht, sie lassen sich aber teilweise aus der Cloud auf bereits verkaufte Hardware verlagern.

Mit intelligentem Routing zwischen unterschiedlichen Modellen haben iPhone-Kund:innen eine solche Rechenleistung bereits gekauft – in Form von Prozessor, Arbeitsspeicher, Speicherplatz und Neural Engine. Nur Strom muss fortlaufend bezahlt werden. Es ist keine kostenlose Intelligenz, sondern eher eine „Prepaid Intelligence“: ein teilweise im Gerätepreis enthaltener „local first, cloud when necessary“-Ansatz.

Offene Modelle verändern die Wettbewerbsbedingungen in einem Markt, den Apple mit seiner Verbindung aus Hardware, Software und Services traditionell erfolgreich besetzt. Die Herausforderung ist die flexible Einbindung leistungsfähiger Modelle in den persönlichen Kontext, ihre Berechtigungen klar zu begrenzen und sie für appübergreifende Funktionen vorzubereiten.

Ironisch: Die vom Digital Markets Act implizierte iOS-Öffnung für konkurrierende KI-Modelle könnte Apples Position im Markt für seine Hardware paradoxerweise stärken – solange iOS die zentrale Orchestrierungsebene bleibt und entscheidet, welches Modell wann, wo und mit welchen Daten zum Einsatz kommt.

Kontrolliert Apple diese Koordinationsschicht jedoch nicht, besteht das Risiko, dass iOS als Betriebssystem austauschbar wird. Allein diese Gefahr würde den Start von Siri AI in der EU dauerhaft verhindern.

  •  

WhatsApp: Reservierung von Benutzernamen (und andere Beobachtungen, die egal sind)

Ein Smartphone-Bildschirm zeigt die Einstellungsseite „Benutzername“ einer App mit dem Hinweis, dass Benutzernamen bald verfügbar sind, sowie eine Einstellung für „Kontakt über Benutzername“, die auf „Jeder“ gesetzt ist.

Alice Newton-Rex, WhatsApp’s head of product, said she had heard from users that they didn’t always want to share their phone numbers in order to be in contact with others, particularly in group chats.

She said she hoped the feature would „give users control over how they choose to show up“ on the app.

The secure messaging app Signal introduced an identical service in 2024.

Zoe Kleinman | BBC

Subjektive (und beinahe wertungsfreie) Beobachtungen während meines Urlaubs in einer Gruppe mit 25 Personen:

  • Niemand fragt nach einer Alternative für WhatsApp; niemand zieht gleichzeitig auch nur in Erwägung, für Plus zu zahlen.
  • Jeder, der unter „Accounts“ nachschaut, ob er bereits darf, klickt intuitiv den von der EU erzwungenen Hinweis auf BirdyChat weg.
  • Das ist komplett vergessen; für die Erstellung eines WhatsApp-Kontos ist weiterhin die Handynummer erforderlich.
  • Fotos werden in Chats geteilt, und mit zwei oder drei expliziten Ausnahmen geschieht dies quasi nie in HD.
  • „Staged Rollouts“ für neue Funktionen sind universell unbeliebt.

Und niemand stößt sich an der schrecklichen UI – außer mir. Bereits der „Meta AI“-Button disqualifiziert die App augenblicklich.

  •  
❌